
Politiker wirbeln immer nur den Staub auf, den wir dann schlucken müssen.
Erhard Blanck, (*1942),
deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler
Wäre die Kappeler Milchsuppe nicht schon erfunden worden, dann ist jetzt die richtige Zeit dafür. Um was handelt es sich überhaupt?
Die Kappeler Milchsuppe ist ein fester Begriff aus der Schweizer Geschichte. Im Juni 1529 marschierten Zürcher Truppen gegen die Kantone der Innerschweiz. In diesem sogenannten Ersten Kappelerkrieg konnte dank Vermittlung durch die neutralen Orte ein Bruderkrieg unter den Eidgenossen verhindert werden. Gemäss der Geschichtsschreibung nutzte das gemeine Fussvolk der beiden hochgerüsteten und aufgeputschten Heere die Zeit, während die militärische Führung verhandelten, zu einer Verbrüderung und stellte genau auf der Grenze zwischen den beiden Kantonen einen grossen Kochtopf auf ein Feuer. Die Zuger sollen die Milch und die Zürcher das Brot für eine Milchsuppe beigesteuert haben, die dann von beiden Heeren gemeinsam verspeist wurde. Danach kehrte Frieden ein und alle gingen nach Hause.
Die Schweiz und Deutschland streiten heftig. Manchmal ist die Wortwahl töricht und der Konflikt bizarr. Mit unverminderter Härte saust der teutonische Zweihänder aus Berlin, scharf auf den klobigen helvetischen Morgenstern in Bern. Die Funken stieben. Die verbalen Fausthiebe sind schmerzhaft. Da haben sich zwei gute Nachbarn eine schöne Suppe eingebrockt.
Die Gehässigkeiten und der zuweilen schrille Ton in der Politik sind verständlich. Die Staatsdefizite blühen und die Kassen verdorren. Die wirtschaftliche Trockenheit bedroht eine vernünftige Zukunftsplanung, treibt arbeitslose, verzweifelte und wutschnaubende Menschen in Scharen auf die Strassen, schwächt junge Demokratien und die allgemeine Versandung der politischen Landschaft nimmt zu. Kopflosigkeit wird Programm. Mündige Bürger/-innen werden mürbe, verstummen und sind damit beschäftigt ihre Existenz zu sichern.
Die Oasen werden nun zum Zankapfel und Stelldichein jener, die es verpasst haben in der Zeit Brunnen zu bohren und Bäume zu pflanzen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nimmt den alten Pranger vom verstaubten Dachboden, macht viel Lärm und hofft von den eigenen emsig dahin plätschernden lauschigen Finanzoasen innerhalb ihres Hoheitsgebiets ablenken zu können. Die globale Wirtschaft läuft Gefahr von den nationalen Interessen überrollt zu werden.
Es ist Zeit, dass die Streithähne in den jeweiligen Hauptstädten gemeinsam und friedlich die Suppe essen, die sie sich selber eingebrockt haben. Sie sollen ebenso, wie die von ihnen regierten, das Gemeinsame schärfer sehen, als das Trennende. Hoffentlich führen sachliche Gespräche zu intelligenten Lösungen, die allen die Vorteile eng verflochtener Wirtschaftsräume klar aufzeigen. Let’s soup!
In Sachen Personalsuche ist die Suppe immer heiss. Trotz der sich klar abzeichnenden Abkühlung der Wirtschaft ist das Finden von Fach- und Führungskräften eine Herausforderung.
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